Ca. 1972 kaufte Sieghard Reiserer und Dorothea Reiserer (geb. Dellago) das Schloß Friedburg (Kollmann) und verkauften es nur wenige Jahre später im Jahre 1978 an
Prof. Antonelli. Das Denkmalamt zwang damals Sieghard und Dorothea Reiserer zur umfassenden Renovierung, mit der Aufforderung wenn die Besitzer die Renovierung nicht vornehmen, würde
das Denkmalamt auf Kosten der Besitzer die Renovierung durchführen. Unter diesen Umständen verkauften Sieghard und Dorothea Reiserer das Schloß, wenn auch mit etwas Wehmut, so doch mit der
Gewissheit einen beträchtlichen Gewinn in den 6 Jahren zwischen Kauf und Verkauf erzielt zu haben und sich vor allen Dingen bei der Renovierung nicht unberechenbaren Kosten ausgesetzt zu haben. Diese Renovierungskosten haben beim Käufer Prof. Antonelli zu schweren finanziellen Problemen geführt und er war deshalb gezwungen das Schloß unter großen finanziellen Verlusten seinem Pächter Herrn Gafriller Adolf zu verkaufen.
Den Erlös aus dem Verkauf des Schlosses investierten Sieghard und Dorothea Reiserer dann in die Renovierung und Erweiterung Ihres Hotel Goldenes Kreuz in Brixen.
Heute noch stehen im Schloßgarten die Sauerkirschbäume die Sieghard Reiserer gepflanzt hat. Herr Gafriller erzählte dem Verfasser dieses Beitrages (Reiserer Theodor), daß Sieghard Reiserer sogar die Ansiedlung der Marmeladefabrik Reiserer im Schloß Friedburg geplant hatte. Dorothea und Sieghard Reiserer und auch ihre Kinder blieben dem Schloß auch nach dem Verkauf emotional verbunden und es tat der Familie Reiserer irgendwie Leid das Schloß verkauft zu haben. Besonders für Dorothea Reiserer (geb. Dellago) war es schön ein eigenes Schloß zu haben, da Dorothea auf Schloß Korb aufgewachsen war und Schloß Korb an ihren Bruder Fritz Dellago vererbt wurde.
Dort wo sich im Eisacktal die Kaiserstraße und der Kuntnerweg kreuzten
ließ um 1482 Erzherzog Sigismund das gotische Schloß Friedburg erbauen.
Dies diente bis 1829 als Zollstation. In seiner langen Geschichte sah Kollmann
unzählige Menschen durch die beiden Tore des Zollhauses ziehen Kaiser,
Könige, Päbste, Herzoge, Grafen, Kardinäle, Bischöfe, Diplomaten und Dichter:
Erwähnt wurde daß, auch J.W.v. Goethe bei seiner Italienreise vom Zollinhaber
persönlich bewirtet worden sei.
Nach dem 1.Weltkrieg ging die Burg als Kriegsentschädigung dem italienischem
Staat über bis sie nach mehrmaligem Besitzerwechsel 1978 von Prof. Antonelli erworben,
restauriert und an den jetzigen Besitzer und Gastwirt Gafriller Adolf verkauft wurde.
Als Gastbetrieb und Pizzeria strahlt nun die Friedburg in neuem Glanz,
das bunte Treiben der Gäste ist wieder in die jahrhunderte alten Mauern zurückgekehrt.
Merian Matthäus der Ältere, Kollman, Kupferstich aus: Matthäus Merian d. Ä, Topographia Provinciarum Austriacarum
Austriae Styriae, Carinthiae, Carniolae, Tyrolis, etc. Das ist Beschreibung und Abbildung der fürnembsten Stätt und
Plätz in den Osterreichischen Landen Under und Ober Osterreich, Steyer, Kärndten, Crain und Tyrol, Frankfurt am
Main, 1649 und weitere Auflagen 1656 -1736. Dieser Stich stammt aus der Zeit 1649 - 1736 und ist mit Sicherheit
ein Originalstich. Dieser Stich befindet sich im Besitz des Familienarchivs Reiserer.
Mayer L. (Zeichnung), Frommel & Winkles (Stahlstich), Schloss Trostburg im Eisackthale (und Kollmann mit Schloss Friedburg)
Bezeichnet:
Unten links: L. Mayer del.,
unten rechts Frommel & Winkles direx.
Unten Mitte: Schloss Trostburg im Eisak-thale
Stahlstich: Leipzig d. KunstVerlag,
Dieser Stich befindet sich im Besitz des Familienarchivs Reiserer
Kollmann bei Waidbruck nach einer Katastrophe vom 18. August 1891, Holzstich nach einer Originalzeichnung von Palmié, Charles Johann (geb. 1862 - gest. 1911)
Hochwasserkatastrophe des Jahres 1891 in Kollmann
In der Nacht vom 17. auf den 18. August 1891 wurde die Fraktion Kollmann von dem sonst ruhigen Bach überschwemmt. Durch Hochgewitter im Quellgebiet führte der Bach immer wieder kurzzeitig mehr Wasser als üblich, in dieser Nacht verursachte der Bach jedoch Schäden in ungewohntem Ausmaß. 39 Bewohner kamen ums Leben, etwa 15 weitere Einwohner verloren ihre Höfe. Viele Bewohner von Kollmann verloren ihren ganzen Besitz. Heute gibt es eine Gedenktafel für die Opfer der Katastrophe in Kollman
http://de.wikipedia.org/wiki/Barbian
Mittermaier Karl, Wild Carla, Eisacktal, Landschaft und Menschen. Einblicke, Tappeiner Verlag, Bozen 1989,
S. 132-S.133
