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Hotel Goldenes Kreuz

 

Hauschronik

 

 

Der „Uetzenwirt am creutz“

 

Die nachweislichen Anfänge des privaten Gaststätten- und Herbergswesens reichen in Brixen zurück bis ins 15. Jahrhundert. In diese Zeit fallen auch die Gründungsjahre des Hotels „Goldenes Kreuz“.(Sekulin 6) Bereits 1493 ist der „Uetzenwirt am creutz“ urkundlich erwähnt. (Fußnote in Sekulin 6) (Uetz war ein häufiger Taufname) (Fink H. Eisackt. Gastlichkeit) Der „Uetzenwirt am creutz“ ist auf M. Burgklechners Stadtpan (1590 – 1600) auf der Nordseite der Kreuzgasse ersichtlich, zusammen mit weiteren vier kleineren Häusern. (Mader 251)

 

Im Jahre 1625 erfolgt ein großer Umbau: der Dombaumeister Hans Reichle erstellt die „größere Wirtstafern am gulden Kreuz“, indem er die kleineren Häuser zu einem einzigen Block zusammenfasst. Heute noch sieht man an den Häusern der Kreuzgasse Nr. 2 und 4 die einheitliche Bauweise an der Fensterreihe.(Mader 251)

 

Auf Merians Stadtansicht von 1649 erscheint ein großes Haus am Graben und westlich davon zwei kleinere. (Stadtansicht in Albasini Brixner Burgen 15) Zu jener Zeit gehören mehrere Städl und Stallungen an der Südseite der Kreuzgasse zum Wirtshaus an der Nordseite dazu. (Mader 251).

 

 

Poststation

 

1718 wird die Poststation von den Herren „derer Anreiter“ übernommen und von den Kleinen Lauben in das Gasthaus „Goldenes Kreuz“ verlegt. Dort bleibt die Poststation bis 1839 erhalten. (Dal Negro 149) 1793 ersteigert Joseph von Anreiter zu Ziernfeld und Neidheim, k. k. Postmeister und T.L.M. (Tiroler Landmann) nach häufigem Besitzwechsel das Anwesen; er baut es von Grund auf um, „teils in ein Herrschafts- und Posthaus, teils in die ehevorige Kreuzwirts-Behausung“. (Mader 250-251) Letztere verkauft er 1801 an Martin Schenk, der als Vertrauter von Andreas Hofer im Jahre 1809 eine Rolle spielt. (Mader 251)

 

 

Der „Schwur der Drei“

 

Berühmtheit erlangt das Haus über den „Schwur der Drei“ (Fotokalender) (Ölgemälde von Egger-Lienz, München 1897, im Museum Innsbruck) (Mader 251-252), wobei sich am 2. August 1809 die Freiheitskämpfer Peter Mayr (Wirt an der Mahr), Martin Schenk (Kreuzwirt) und Peter Kemenater (Sternwirt in Schabs) unverbrüchliche Treue im Kampf gegen Napoleon schwören. (Fotokalender). Der Kreuzwirt Martin Schenk war ein Freund Andreas Hofers. (Mader 251)

 

Am 16. August 1902 bringt der Wiener Andrä-Hofer-Verein am Haus eine Erinnerungstafel an mit entsprechender Inschrift. (Mader 252) Die Tafel wird zur Zeit des Faschismus entfernt (Ein Beitrag zur Gesch. von Br. 9). Heute befindet sich die originale Gedenktafel im Stiegenhaus des Hotels. (Foto noch zu machen)

 

 

Aus der Brixner Häusergeschichte:

 

Durch Quellen belegte Besitzverhältnisse in der Kreuzgasse Nr. 2 und 4:

 

 

Kreuzstraße Nr. 2

 

1750 K und früher                             beim Kreuzwirt

1798 HB Nr. 174                               Herr Joseph von Anreiter, k. k. Postmeister

1822 PB Nr. 174                                 Herr Joseph von Anreiter, k. k. Postmeister

1842 BO Nr. 127                                Joseph von Anreiter

         TB Nr. 42                                    Herr Joseph von Anreiter, k. k. Postmeister, besitzt lt. Kauf 1795

        a) eine Behausung von 2 Etagen

       b) ein Krautgartl

                        Gdz. Bürgerspital

                                                               1841 Verf. Buch die Joseph von Anreiterische Descendenz

1881 GB                                              Maria Desaler, geb. Pfaundler

1895 HV Nr. 123                                               Maria Desaler, geb. Pfaundler

1917 GB                                              Dr. Anton, Dr. Paul, Luise und Maria Desaler

1938 GB                                              Luise Desaler

1949 GB                                              Landwirtschaftliche Genossenschaft (II. Teil), ebenerdig (Reiserer Theodor kauft im Dezember 2013 diesen Teil von der Landwirtschaftlichen Genossenschaft)

1953 GB                                              Geschwister Told (I. Teil)

1954 GB                                              Peter Paul Reiserer (I. Teil)

 

 

Kreuzgasse Nr. 4 (jetzt Nr. 4, 6, 8, 10, 12)

 

1523 K                                                 Mayr an der Mar haus (?)

                                                               Ulmer haus

                                                               Paul Speckher haus

                                                               Heinrich Kogler (Kofler?) haus

                                                               Pfarrers haus

1604 K Nr. 54                                    Hans Riggers klein Häusl

                Nr. 55                                    Würthshaus am Kreitz

                Nr. 56                                    Michael Valser

                Nr. 57                                    Cassian Lechners Erben, dann Hans Thalers Erben

                Nr. 58                                    Herrn Pfarrers Haus, genannt das Bruederhaus

1659 K  Nr. 54-58                              seint fünf heiser zusammen paut, ist iezt die Wirtstafern am creitz, so Mathes

Gassmayr inne hat

1717 K  Nr. 54-58                              Das Wirtshaus am Creiz, Bstandsmann Martin Silbernagl

1750 K  Nr. 54-58                              Wirtstafern am Creitz, 5 zusammen erpaute Behausungen, Inhaber

Maximilian Trinner

1755 Kind. B.                                      Kreizwirtsbehausung: Maximilian Trinner

1798 HB Nr. 174 ½                           nicht vorkommend, Nr. 174 v. Anreiter (s. Kreuzgasse 2)

1822 PB Nr. 174 ½                            Leopold Wolf, Kreizwirt

1842 BO Nr. 128                                Sebastian Weiss

         TB Nr. 49                                    Johann Weiss, Kreuzwirt, besitzt lt. Kauf 1813 eine Behausung an der

Kreuzstrasse, das Weberhaus gen.

 Nr. 50                                   derselbe lt. obigem Kaufvert.

                                                               die alte Wirtstaberne am gold. Kreuz in der Kreuzgasse

                                                               Gdz. Allerheil. Benefizium un d Bürgerspital

                                                               1840 Überl. Vertr. Sebastian Weiss

                 Nr. 51                                   Johann Weiss, Kreuzwirt, besitzt lt. Kauf 1813

a) eine Behausung in der Kreuzgasse, welche den Kirchmayr’schen Erben zu Afterlehen ist

                                                               b) einen Kraut- und Baumgarten

                                                               Gdz. Karl von Lachmüller

                                                               1840 Überl. Vertr. Sebastian Weiss

1895 HV Nr. 124                                               Maria Witwe Larcher, Kreuzwirt

1907 GB                                              Bierbräuerei Blumau G.m.b.H.

1925 GB                                              Peter Paul Reiserer

 

 

K 1750                  Steuer-Anlag der Kuchen-, Gwalt- und Stattsteuer zu Brixen 1750-1751.

HB 1798               Häuserbeschreibung von 1798, Stadtarchiv Brixen, abgedruckt in Brixner Chronik 1912, Nr. 118

PB                          Personalbeschreibungs-Protokoll 1872-1824. Handschr. im Familien-Archive Peer

BO                                         Bau- und Brandordnung für die k. k. Provinzialstadt Brixen. Mit Weger`schen Schriften 1842 (enthält ein Verzeichnis der Hauseigentümer, das teilweise von Wilh. Seidner handschriftlich nach dem Stande von 1881 ergänzt wurde).

TB                                         Transporto-Buch des Steueramtes Brixen, angelegt nach dem Kataster 1778 des Stadt- und Hofgerichtes Brixen um 1850 und teilweise in den Besitzveränderungen fortgeführt. Handschriftlich im Grundbuchsamte.

GB                         Grundbuch des Bezirks-Gerichtes Brixen, angelegt 1909 ff.

HV                                         Häuserverzeichnis der Stadt Brixen, herausgegeben als Neujahrs-Entschuldigung für 1895 vom Stadtmagistrate, Selbstverlag, Preßvereinsdruckerei.

K 1523                  Statsteur, angelegt anno 1523. Hdschr., fb. Hof-Arch. Nr. 837 (ohne Hausnr.).

K 1604                                  Extract der Häuser in der Statt Brixen und deren Anlage in der Kuchensteur. Abgedruckt in Schlern-Schrift 26, Seite 82-90. In einer im Familien-Arch. Peer befindlichen Abschrift sind die Hausnummern angegeben, welche im Originale fehlen. Dieses Rechtsbuch von 1604 „Der Statt Brixen Ordnung und Freyheit“ wird im Diözesanmuseum Brixen aufbewahrt,  herausgegeben von Josef Mutschlechner (Schlernschriften Nr. 26, 1935).

K 1659                  Steuerregister von anno 1659, Hdschr. Stadt Arch. Brixen.

K 1717                                  Personal-Kopf-Vermögens- und Gewerbesteuer-Anlag im Statgericht Brixen, anno 1717. Hdschr. Archiv Brixen.

 

 

 

 

 

 

 

Urkundliches

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Literaturverzeichnis

 

Albasini Carlo: Brixner Burgen.................

 

 Blättern im alten Touristenführer, in WAS, Rundschau für Eisacktal und Wipptal, Nr 28. Bozen 12.07.1993, S. 2

 

Dal Negro, Francesco und  Rungg, Max: Postgasthöfe und Stationen an der Brennerstraße, Brixen 1996

 

Ein Beitrag zur Geschichte von Brixen, in: Dolomiten, Bozen 15.12.1986, S. 9

 

Fink, Hans: Eisacktaler Gastlichkeit.......

 

Fink, Hans: Zu den ältesten Gaststätten in Brixen, Beilage zum Alt-Brixener Photokalender, (Hrsg. Kurverwaltung Brixen und Volksbank Brixen, Brixen 1986

 

Frass, Hermann und Riedl, Franz H.: Historische Gaststätten in Tirol, Bozen 1974

 

Heiss, Hans: Alt-Brixener Photokalener (Hrsg. Kurverwaltung Brixen und Volksbank Brixen, Brixen 1986

 

Mader, Ignaz:  Brixner Häusergeschichte, ergänzt von Sparber Anselm, Schlern-Schriften, (Hrsg. R. Klebelsberg), Innsbruck 1963

 

Sekulin, Klaus: Der Fremdenverkehr im Raum Brixen, in Beiträge zur alpenländischen Wirtschafts- und Sozialforschung, (Hrsg. Ulmer Ferdinand), Folge 72, Innsbruck 1969

 

 

 

 

 

 

Im Jahre 1718 wurde die Poststation von den Herren „derer von Anreiter“ übernommen und außerhalb der Stadtmauern verlegt, und zwar in die Kreuzgasse in das Gasthaus, das schon Ende des 16. Jahrhunderts mit dem Namen „Uetzenwirt am Creutz“, dem heutigen „Goldenen Kreuz“, bekannt war. (Dal Negro 149)

 

 

Der Hofarchitekt Hans Reichle baute 1625 das Goldene Kreuz um. (Frass und Riedl 56-57)

 

Abb (Dal Negro 144) „Gasthaus Goldenes Kreuz in Brixen. Poststation 1718 – 1839. Postmeister waren zu jener Zeit die Familie Anreiter.

 

Im Zusammenhang mit dem Gasthof zum Goldenen Kreuz heißt es: „Hier versammelten sich im Jahre 1809 die Landesverteidiger zu Besprechungen. An den Freiheitskämpfen nahm der damalige Kreuzwirt Martin Schenk, ein persönlicher Freund Andreas Hofers, hervorragenden Anteil.“ (Blättern WAS 2)

 

Berühmtheit erlangte das Haus über den „Schwur der Drei“, wobei sich am 2. August 1809 die Freiheitskämpfer Peter Mayr, Martin Schenk und Peter Kemenater unverbrüchliche Treue im Kampf gegen Napoleon schworen.

(Fotokalender)

 

Abb Goldenes Kreuz von Westen, ca. 1809 (Fotokalender)

Seit dem Mittelalter hielt das „Goldene Kreuz“ die Südzufahrt Brixens unter gastronomischer Kontrolle; diente zeitweise als Poststation und als konspirativer Treffpunkt während der Erhebung 1809. Die 1902 angebrachte, später wieder entfernte Gedenktafel, erinnert an den Kreuzwirt Martin Schenk, einen der Vertrauensmänner von Andreas Hofer. (Fotokalender)

Die Aufnahme zeigt die 1902 angebrachte Gedenktafel für den Kreuzwirt Martin Schenk, einen Vertrauten Andreas Hofers. Die Tafel wurde zur Zeit des Faschismus entfernt. (Ein Beitrag zur Gesch. von Brixen 9)

 

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